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Das Bahnpostamt

1923 wurde der Bau eines Postdienstgebäudes ausgeschrieben, der Auftrag ging nach Sichtung der 25 Angebote damals an ortsansässige Handwerksmeister: Maurermeister Glatz, Zimmermeister Hintze, Dachdackermeister H. Senger, Klempnermeiter Bürger, Tischlermeister Heyden, Schlossermeister Bollow, Glasermeister Oswald und Malermeister Meyer. Als voraussichtliche Baukosten wurden 11.000 Mark veranschlagt.

Das Gebäude wurde daraufhin bis 1925 nördlich des Empfangsgebäudes errichtet und bildete mit dem nördlich nach einer Lücke anschließenden Eilgutgebäude die östliche Gebäudefront des Hauptbahnhofs. Doch schon 1936 gab es Beschwerden über die schadhaften eisernen Rolltüren an den Eingängen vom Bahnhofsvorplatz her, der rechte Eingang konnte schon nicht mehr benutzt werden. Die damalige Reichspostdirektion forderte von der Reichsbahndirektion Abhilfe. Nachdem die Rolltore schon mehrfach ausgebessert wurden, zog man den Umbau des Eingangsbereiches vor: die Rolltore wurden durch ein zweiflügliges Tor ersetzt. Kosten: 733,40 Reichsmark.

Bahnpostgebäude von der Straßenseite vom Süden her, 02.06.2010

Schon 1951, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, plante die jetzt zuständige Oberpostdirektion Schwerin für 1952 Neubau des Postdienstgebäudes. Der Neubau sollte an der gleichen Stelle wie das Gebäude von 1925 entstehen, jedoch größer als dieses sein und unmittelbar an das Eilgutgebäude anschließen.

Zum Entwurfsplan der Oberpostdirektion hatte die Reichsbahndirektion Einwände zum geplanten Pappdach und forderte wegen dem Gesamtbild des Gebäudekomplexes die Ausführung als Ziegeldach. Zudem forderte sie die Planung eines Kohlenkeller für die benachbarte Mitropa-Bahnhofsgaststätte im Postdienstgebäude.

Der Baubeginn verzögerte sich jedoch wegen fehlenden finanziellen Mitteln bis 1957. Aus selbigen Grunde wollte die Bezirksdirektion für Post- und Fernmeldewesen, wie sie jetzt genannt wurde, den Bau schon 1958 nach Fertigstellung von Keller und Erdgeschoss provisorisch abschließen und die weiteren Obergeschosse später bauen. Mit diesem Vorhaben zeigte sich die Reichsbahndirektion ganz und gar nicht einverstanden und teilte mit Schreiben vom 21.11.1957 der Bezirksdirektion für Post- und Fernmeldewesen ihren Standpunkt mit: "Es ist uns unverständlich, daß man aus dem geplanten Gebäude, vielleicht auf Jahre hinaus, eine Bauruine machen will, zumal die Baustelle im Blickpunkt aller Reisenden liegt." Auch befürchtete man auf den Bahnsteigen abgestellte Postkarren als Folge des Baustopps und behielt sich daher weitere Schritte vor. Der Bau wurde daraufhin weitergeführt.

Das Gebäude des Bahnpostamt 3 wurde in den neunziger Jahren als solches überflüssig und mit dem Bahnhofsumbau um die Jahrtausendwende renoviert und mit wesentlich mehr Fenstern für eine neue Verwendung fit gemacht. Nunmehr als Bürogebäude vermarket stand es zumindest im Sommer 2010 mangels Nutzer leer.

Die auf dem Bild zu sehende Front war zumindest in den Achtzigern dreizeilig zwischen den Fensterreihen mit Werbung für den Postzeitungsvertrieb versehen, wie auf zeitgenössischen Ansichtskarten zu erkennen ist. Leider sind die Abbildungen zu klein, um den genauen Wortlaut zu entziffern.

Quellen: Landeshauptarchiv Schwerin: 9.2-17 Reichsbahndirektion Schwerin - Altaktenbestand-, Akte 8232 und 30172

 

 
   

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